|
|
|
|
| Koffein |
Im Jahre 1819 konnte der Chemiker Ferdinand Ruge erstmals Reinkoffein aus Kaffeebohnen isolieren. Im Jahre 1827 wurde
das Koffein des Tees entdeckt und Teein genannt. Die Erkennt-
nis, dass Koffein und Teein chemisch identisch sind, führte zu
der heute üblichen und einheitlichen Bezeichnung Koffein.
Koffein wirkt auf alle Teile des ZNS (Zentralnervensystem) erre-
gend und äußert sich in einer Erhöhung der geistigen Aufnahme
fähigkeit, Beseitigung von Müdigkeit, sowie einer gewissen
Anhebung der Stimmungslage.
Des Weiteren konnte eine Verbesserung von Lernvorgängen
und eine Verkürzung von Reaktionszeiten nachgewiesen werden.
Es steigert die Herzleistung, wodurch es in den meisten Orga-
nen zu einer Zunahme der Durchblutung kommt.
|
 |
Im Gegensatz zum Koffein des Kaffees, das zu einer schnell
eintretenden, aber auch rasch wieder abklingenden Anregung
führt, bewirkt das Koffein im Tee eine milde Anregung, die da-
für länger anhält.
Koffein im Tee kommt nicht in freier, sondern in gebundener
Form vor. Zum einen ist es an Aminosäuren gebunden zum anderen an Gerbstoffe. Trotz zur Zeit noch kontroverser Mei-
nungen scheint der an die Gerbstoffe gebundene Anteil nicht
vom Körper aufgenommen zu werden und zeigt somit auch
keine Wirkung. Beim Kaffee gelangt das Koffein über die Blut-
bahn zur Nebennierenrinde, wo es die sofortige Freisetzung
des Stresshormons Adrenalin fördert.
Das im Tee gebundene Koffein setzt an den beiden Hauptner-
vensträngen des vegetativen Nervensystems (Sympatikus und
Parasympatikus) an.
Erst jetzt wird vom Körper die Adrenalinproduktion der Neben-
niere angeregt, wodurch eine kontinuierliche Anregung entsteht und keine Stress-Situation wie beim Kaffee.
|
Wirkungsweise des Koffeins aus Tee
Kurze Ziehzeit = anregend
bereits nach ein bis zwei Minuten geht der überwiegende Teil des Koffeins in
den Teeaufguss über, jedoch nur ein
geringer Anteil an Gerbstoffen, welche
die Koffeinwirkung schwächen würden.
Lange Ziehzeit = beruhigend
nach 4 bis 5 Minuten wirkt der jetzt höhere Anteil an Gerbstoffen beruhigend. Der nun bittere Geschmack kann durch Milch, Sahne, Kandis etc. gemildert werden.
Theanin
Theanin ist eine Substanz aus der Reihe der Aminosäuren und fängt die anregende Wirkung des Koffeins ebenfalls ab.
Bei längerem Ziehenlassen des Tees
wird dieser Stoff vollständig gelöst.
|
|
|